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5. Jul 2009

Sydney’s Public Transport: Und wieder wurde mein Travel Ten gekillt

Irgendwie ist es für mich derzeit schwer, eine gute Aussage über Sydney’s Public Transport zu treffen. Nicht dass ich auf gut-deutsche Art immer nur klagen will, ganz im Gegenteil, ich würde gern etwas “Nettes” schreiben, aber es gibt wirklich nicht viele schöne Momente, die ich mit dem öffentlichen Transportsystem in Sydney verbinde. Einzig und allein die Freundlichkeit und Hilfbereitschaft vieler Angestellter ist hervorstechend. Ansonsten reichen meine Erfahrung von nicht “erwähnenswert” bis “wäre ich mal lieber nicht eingestiegen”. Wenigstens bietet Sydney’s Transportsystem überhaupt noch eine Alternative zu Schuster’s Rappen an.

Leider – wie gesagt – übertreffen die nervigen Vorkommnisse in letzter Zeit alle anderen guten Erfahrungen.
Heute zum Beispiel wurde wieder einmal mein gerade erst gekauftes Travel Ten-Ticket (10er Fahrkarte) durch den Entwerter im Bus formatiert.  D.h. die getätigten Einzelfahrten können jetzt nicht mehr ordnungsgemäß auf dem Ticket abgezeichnet werden. Das Ticket ist praktisch völlig nutzlos.

Auf das Wohlwollen des Fahrers hoffen

Dies ist schon ärgerlich, denn mir bleiben in dieser Situation nur zwei Alternativen. Ich kann entweder mit dem defekten Ticket den Bus besteigen und jedes Mal auf das Wohlwollen des Fahrers vertrauen, der mich in den überwiegenden Fällen nur zu einem Sitzplatz durchwinken wird bzw. mit ein wenig Überzeugungsarbeit meinerseits das Ticket auch manuell abzeichnet. Oder ich muss das deformierte Ticket  zur Zentralstelle schicken und mich erklären, um eine Erstattung der verbleibenden Fahrten zu erhalten.

Aber bitte nicht Schwarzfahren

Da letztere Variante nicht nur in Arbeit ausartet, sondern ein positives Ergebnis nicht immer erwartet werden kann, nutzen viele ihr beschädigtes Ticket ganz normal weiter. Dies kann natürlich zu Problemen bei einer Kontrolle führen. Denn es gibt auch einige schwarze Schafe unter den Fahrgästen, die ein solches Ticket über die zulässigen Fahrten hinaus nutzen oder  sogar ihr funktionstüchtiges Ticket zu diesem Zweck absichtlich zerstören. Dessen sind sich auch die zuständigen Kontrolleure bewußt und zeigen nicht immer soviel Wohlwollen mit dem leidgeplagten Fahrgast, wie die Busfahrer es tun würden.  Schnell erntet man neben einem zerstörten Ticket auch noch eine Strafe von 200 Dollar wegen Schwarzfahrens.

Beantragung des Ticket-Ersatzes

Also wer mit einem ruhigen Gewissen den nächsten Bus besteigen will, sollte sich neben einem neuen Ticket auch das nötige Formular für die Beanstandungen am Fahrkartenschalter abholen und dieses mit dem zerstörten Ticket zur State Transit Authority schicken. Dann heißt es natürlich warten und auf sein Glück vertrauen. Denn im Zweifelsfall spricht natürlich erstmal alles gegen den Angeklagten (also  Fahrgast). Warum? Nun der Fahrgast ist für sein Ticket verantwortlich und muss es stets in guten Zustand halten. Daher wird das Ticket auch nicht erstattet, wenn

  • man es versehentlich oder absichtlich mit der Wäsche “gesäubert” hat,
  • der Sonne oder Wärmequellen direkt ausgesetzt hat,
  • es gefaltet oder geknickt hat,
  • den Magnetstreifen oder sonstige Beschriftungen entfernt hat,
  • das Ticket zerschnitten oder zerrissen hat,
  • es nicht vor Schmutz oder schädigen Substanzen bewahrt hat oder
  • (und dies ist wohl am schwersten für den Fahrgast zu beweisen) mit einem Magneten absichtlich oder versehentlich formatiert hat.

Gott sei Dank kann ich diesmal sehr genau sagen, in welchen Bus mein Ticket mal wieder “gekillt” wurde und habe sogar einen schriftlichen  Nachweis des Fahrers dafür. Also dürfte sich meine Erstattung in ca. einer Woche in der Post befinden. Hoffentlich!

Fortsetzung folgt …

Aus Australien

ast

Abgelegt unter: Leben und Arbeiten in Australien Tags: Bustransport
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