Kündigung auf australisch!
Im Zuge der Finanzkrise hört man auch aus australischen Büros von immer mehr Entlassungen. Während früher eine Kündigung in den “allermeisten” Fällen von dem Arbeitnehmer ausging, bewerten die Unternehmen heutzutage auch die Arbeitsleistungen ihrer Angestellten zunehmend kritisch. Von einem Bekannten habe ich grad erfahren, dass in seiner Firma im letzten Monat bereits zwei Mitarbeiter die Koffer packen durften. Für die Angestellten kam dies wohl auch etwas plötzlich, gab es derartige Entlassungen aufgrund von ungenügender Arbeitsleistung bisher nur in seltensten Ausnahmefällen.
Wie jeder weiß, gibt es in Australien keinen “richtigen” Kündigungsschutz. Die Gekündigten “dürfen” meist innerhalb von 2 Wochen ihren Arbeitsplatz räumen. In der Probezeit fackelt man überhaupt nicht lang, meist ist der Schreibtisch schon zum Abend verwaist.
Natürlich sind derartig kurze Kündigungsfristen nicht immer als negativ für die Arbeitnehmer zu sehen. Wer wechseln will, kann natürlich von heute auf morgen auf einen besseren Job umsteigen. Diese Möglichkeit wurde bisher gern und oft von den australischen Arbeitsnehmern genutzt. Die Fluktuation in den Unternehmen war daher entsprechend hoch.
Es wird interessant werden, wie sich dieses sprunghafte Verhalten der Beschäftigten in den nächsten Monaten entwickelt. Wie es die Generation Y treffen wird, das ist zum heutigen Zeitpunkt noch nicht in allen Ausmaßen abzusehen. Allerdings gehen die Analysten davon aus, dass es zukünftig den ausgeprägten Arbeitnehmermarkt, wie wir ihn derzeit kennen, nicht mehr geben wird. Vielmehr wird die Generation Y “mit dem vorlieb nehmen müssen, was ihr angeboten wird”. Sicher, eine enorme Umstellung für die “erfolgsverwöhnten” Australier und natürlich wird sich dadurch das Kündigungsverhalten der Beschäftigten erheblich verändern.
Aus Australien
Abgelegt unter: Leben und Arbeiten in Australien Tags: Arbeitsmarkt
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