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3. Jul 2009

Australisches Gesundheitswesen: Kranksein will bezahlt sein

Auch in Australien benötigt man eine Überweisung, wenn man einen Spezialisten aufsuchen will. Diese bekommt man beim GP (Hausarzt) und sie nennt sich “referral”.

Bisher war es nun so, dass viele GP’s nur die durch den Staat gedeckten Kosten für die Konsultation abgerechnet haben. Das heißt, der Besuch bei diesen Hausärzten war für die Patienten komplett kostenfrei. Seit diesem Jahr verlangen jedoch immer mehr GPs eine zusätzliche Surcharge von 30AUD, um ihre Kosten zu decken. Diese 30AUD pro Konsultation werden von medicare nicht erstattet.  Lediglich, diejenigen, die Unterstützung von centrelink bekommen (Rentner, Arbeitslose, Geringverdiener, u.U. Familien) , sind davon befreit.
Begründet wird diese “Preiserhöhung” mit den minimalen “Erstattungen”, die das Goverment bisher an die GPs gezahlt hat. Derzeit liegen sie bei 33.55AUD pro Konsultation und erhöhen sich jährlich um ca. 0.50 cent. Will der Arzt seine Kosten decken,  und dies betrifft besonders die Medical Centre in den teuren Geschäftslagen der Metropolen,  muss er immer mehr Patienten in immer kürzerer Zeit bedienen.  Dies, so argumentieren die GPs, geht natürlich auf Kosten der Patienten. Deshalb wurde die zusätzliche Surcharge bereits von vielen Medical Centre’n eingeführt. Allerdings ist das Goverment – wie gesagt – nicht bereit diese zu übernehmen.
Was bleibt dem Patient jetzt übrig:

  • GP wechseln (es gibt immer noch einige GP’s, die keine weitere Surcharge erheben)
  • Kostenkontrolle, durch “Sammlung seiner Anliegen” (sprich lieber einmal für 2 Überweisungen/Verschreibungen/Leiden zum Arzt, als 2 mal für eine Überweisung/Verschreibung/Leiden)
  • oder noch tiefer in die Tasche greifen

Ein Lichtblick gibt es jedoch. Die ohnehin kurzen Wartezeiten verringern sich durch die Einführung der Surcharge nochmals drastisch ;-)  Davon konnte ich mich bereits in 2 Medical Centre’n überzeugen. Kein Wunder, wer will schon immer 30AUD pro Konsultation bezahlen und darauf hoffen, dass am Ende des Jahres genügend medizinische Zusatzkosten zusammenkommen, um diese wenigstens anteilsweise bei der Steuer zu deklarieren.

Anmerkung zur Zahlungsweise:

Durch die Kostenerhöhung entfällt natürlich auch das Bulkbilling (Sammelabrechnung direkt durch den Arzt). D.h. der Patient zahlt nun die 30AUD vorort (per Kreditkarte, EFTPOS oder cash) und bekommt nachträglich einen Check über die 33.55AUD zugeschickt, den er dann wiederum seinerseits an den Arzt weiterleiten muss.

Aus Australien

ast

Abgelegt unter: Leben und Arbeiten in Australien Tags: Gesundheitssystem
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Kommentare zu "Australisches Gesundheitswesen: Kranksein will bezahlt sein"

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  • Kommentar von »Kostenkontrolle bei Arztbesuchen 1.Teil « Mein Leben in Australien!«

    [...] vorherigen Artikel habe ich eine weitere Kostenerhöhung im Gesundheitswesen beschrieben. Will man sich dieser nicht [...]

    Geschrieben am: 3. Juli 2009 um 08:50

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