Durch die rosarote Brille betrachtet

Aus der Kategoie: Kurioses aus Australien | Autor: ast | Datum: 7. Oktober 2008 | comments Kommentare (2)  

(Vorab eine Warnung: Nichts erscheint, wie es tatsächlich ist! Und auch dieser Artikel sollte nicht allzu ernst genommen werden.)

Habt Ihr Euch nicht auch schon einmal gefragt, warum es so wenige Länder gibt, die eine derartige Beliebtheit wie Australien genießen? Eine logische Erklärung ist hierfür schwer zu finden. Wenn es überhaupt so etwas wie eine logische Erklärung in diesem Falle gibt?!

Geht man davon aus, dass Australien einige der gefährlichsten und giftigsten Tierarten beheimatet, Landschaften vorweisen kann, die zu den lebensfeindlichsten Gebieten der Erde zählen und das Land fortwährend von Naturkatastrophen erschüttert wird, von denen man andernorts nur im Lehrbuch liest, sollte man doch meinen, dass die Attraktivität Australiens ähnlich der einer “stinkenden” Mülltonne ist. Stattdessen steigt die Zahl der Australien-Touristen mit jedem Jahr an. Das “Outbackfieber” greift mittlerweile überall auf der Welt um sich. Es scheint, dass mit jedem Reisebericht Dutzende von neuen Australien-Fans geboren werden.

Sehen wir uns dieses Phänomen genauer an, können wir nur schlußfolgern, dass:

  1. Die “Berichterstatter” bessere Fähigkeiten besitzen als jene, die aus anderen Ländern berichten
  2. Die “Berichterstatter” wirklich “harte Kerle” sind, wenn sie all diese Gefahren in so blendenen Farben darstellen können
  3. Die “Berichterstatter” eine andere Welt als die oben erwähnte gesehen haben

Da ich mich auch zu jenem Volk der Australienurlauber und -berichterstatter zähle, kann ich mit Sicherheit sagen, dass man keinerlei besonderer Fähigkeiten bedarf, um andere mit dem Australienfieber zu infizieren. Auch zähle ich mich persönlich nicht zu der Gattung “harte Kerle”. Doch das würde bedeuten, dass Australien, wie die Urlauber es sehen, gar nicht der Realität entspricht? Von der Hand zu weisen wäre es nicht. Aus der Physik ist bekannt, dass Farben nicht als das erscheinen, was sie wirklich sind. Also warum sollte ein Land, von dessen Rot, BLau und Grün so geschwärmt wird, sich nicht auch hinter einem schönen Schein verbergen? Doch durch welches Prisma schaut der gemeine Australienurlauber, damit sich die reale Welt derart bricht, dass nur das Fernweh übrig bleibt?

Heut, denke ich, habe ich eine sehr pragmatische Antwort auf diese Frage gefunden.

Wie so oft war ich mit meiner Kamera unterwegs. Und natürlich musste ich nicht allzu lang nach einem geeigneten Motiv suchen. Es hätte nicht intensiver in Farben und Kontrasten sein können. Doch sobald ich meine Sonnenbrille absetzt hatte, um die Kamera einzustellen, wirkte das vorher so beeindruckende Farbspiel eher blass als kontrastreich. Die Hightech-Beschichtung meiner Sonnenbrille hat mich zum Narren gehalten. Oder sagen wir es ganz simpel: Ich hab die Welt durch eine rosarote Brille betrachtet!

Gehen wir davon aus, dass kaum einer in Australien ohne Sonnenbrille herumlaufen kann, da die Lichtintensität derart hoch ist, dass selbst bei wolkenverhangenden Himmel das Gefühl aufkommt geblendet zu sein, kann ich mir durchaus vorstellen, dass eine Unzahl von Australienurlaubern eine “rosaroten Brille” trägt. ;-)

Also wenn Euch das nächste Mal jemand von dem strahlendblauen Himmel und der einzigartig roten Erde in Australien berichtet, lasst Euch einfach mal die Beschichtung seiner Sonnenbrille zeigen. ;-)

(Auch wenn dieser Artikel mit Humor betrachtet werden sollte, freue ich mich über ernst gemeinte Kommentare und weiterführende Erklärungen zu diesem Thema!)

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  1. Kommentar von Chris am 7. Oktober 2008 um 19:59

    Aber was ist mit den Urlaubsfotos? Sind sie auch durch eine rosarote Brille aufgenommen?

  2. Kommentar von ast am 7. Oktober 2008 um 20:00

    Nein, aber meist durch einen Filter ;-) Ist es nicht bei Fotos gewollt, einen künstlerischen Aspekt hinzuzufügen?

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