Erinnert Ihr Euch noch an meinen Beitrag über Jamie Neale und die Zahlungsbereitschaft der Medien in Australien. Genau Jamie Neale war der britische Backpacker, der 12 Tage spurlos in den Blue Mountains verschollen war und schließlich wohlbehalten wieder aufgetaucht ist. Die Exklusivrechte an dieser Story hat er sofort nach seiner Rettung an Nine für – man sagt – 200.000 Dollar verkauft. Von dieser Gage wollte er eine großzügige Spende an seine Retter tätigen.
Jetzt wird es allerdings immer offensichtlicher, dass Jamie doch nicht so gern teilen mag, wie zuvor dargestellt. Bei den Helfer ist die versprochene Spende nie eingegangen. Gott sei Dank tun sie ihre Arbeit aus Überzeugung und völlig ohne Gegenwert. Doch was ist mit Jamie Neale? Ging es ihm von Anfang an nur um das Geld? Oder hat er einfach nur die falschen Entscheidungen zu denkbar ungünstigsten Zeit getroffen?
Merkwürdig erscheint es jedoch, dass direkt nach seiner “wundersamen” Rettung der Celebrity Agent Sean Anderson engagiert wurde. Wenn Jamie Neale so zurückhalten und scheu ist, wie er durch den Fernsehsender Nine zuvor dargestellt wurde, warum ist er dann bereit, einen derartigen Agent für sich arbeiten zu lassen. Und warum ist er sofort und so massiv an die Öffentlichkeit gegangen. Würden sich die meisten von uns nicht erst einmal nach solch einer Erfahrung etwas zurückziehen wollen, anstatt das Bad im Rampenlicht zu genießen?
Britische Medien vermuten schon seit Tagen einen Betrug hinter der Story. Bisher wurde Jamie Neale jedoch immer noch von der australischen Presse gedeckt. Dies scheint jetzt eine Wendung zu nehmen. Nicht mehr nur unterschwellig werden Zweifel an der Spendenbereitschaft des Backpackers geäußert, wie jetzt in the australian zu lesen ist.
Doch vielleicht wird der junge Brite auch nur zu früh verurteilt. Es ist offensichtlich, dass ihm die Erfahrung fehlt, mit solch einer “großen Sache” richtig umzugehen. Seine Unerfahrenheit könnte ihn fehlgeleitet haben und falsche Entscheidungen treffen lassen. Vielleicht kämpft er noch viel zu sehr mit der Verarbeitung dieser Erfahrung, dass er sich gar nicht bewußt ist, was hier vorgeht, was er anrichtet, wie sein Ansehen ins Wanken kommt. Von einem auf den anderen Tag wird er vom Opfer zu Täter (gemacht).
Sicher, überhaupt soviel Geld für die Story zu nehmen, ist kein guter Charakterzug, aber wenn die Presse derartige Beträge offeriert, mal ehrlich, wer könnte guten Gewissens sagen, dass er nicht schwach werden würde. Würde nicht jeder zunächst in sich gehen und Vor-und Nachteile des Deals abwägen?!
Die ganze Geschichte ist derart verworren, dass man jeder Seite gern glauben mag. Und natürlich haben wieder einmal die Medien entscheidenden Anteil an der Meinungsbildung. Genau wie sie zuvor all diese Aufruhr, durch ihre Jagd nach Exklusivität verursacht haben.
Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie die Sache weitergeht, ob Jamie zu unrecht angegriffen wird oder ob die britische Presse mit ihren Vorwürfen recht behält.
Ihr seid natürlich eingeladen, Eure Gedanken zu diesem Thema zu posten. Vielleicht habe ich bestimmte Aspekte übersehen, die mehr Einblick in die Sache geben. Ihr könnt natürlich auch gern kommentieren, was Ihr generell von solchen Pressedeals haltet und wie Ihr mit solch einem Angebot umgehen würdet.













Pingback von Mein Leben in Australien! » Vermißt in den Blue Mountains: Wer wollte was? Und wer ist der große Gewinner? am 25. Juli 2009 um 10:36
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