Auch Berichterstattung sollte sich Grenzen setzen

Aus der Kategoie: Leben und Arbeiten in Australien | Autor: ast | Datum: 18. Juli 2009 | comments Kommentare (1)  

Ich kann es nicht glauben, dafür dass Jamie Neale, der in den Blue Mountains verschollene Backpacker, 12 Tage im Busch überlebte und durch sein Verschwinden einen großflächigen Sucheinsatz ausgelöst hat, wird er jetzt mit Beträgen in 6-stelliger Höhe durch die Presse “belohnt”. Welche Message wird damit der Öffentlichkeit vermittelt? Geht in den Wald, riskiert Euer Leben und macht anschließend das große Geld?

Liebe Medien, anstatt diesem Jungen das Geld in den Rachen zu schmeißen, hättet Ihr die Story der vielen Helfer veröffentlichen sollen, die Tag und Nacht (z.T. auch ihre Freizeit) damit verbracht haben, nach ihm und den zahlreichen anderen Vermissten zu suchen. Habt Ihr keine Angst, dass der Nächste, dem das Geld ausgeht, eine derartige Story vortäuschen wird oder noch schlimmer, sich absichtlich in eine derartige Lage bringt. Immerhin scheint es hier in Australien ja relativ leicht zu sein, so sein Geld zu verdienen?!

Berichterstattung ist gut und wichtig, aber irgendwo hat sie ihre Grenzen. Tausende von Dollars für eine solche Story zu zahlen, geht für mich über die Grenze des “guten Geschmacks” hinaus. Ich finde, wenn Jamie Neale nur gegen derart viel Geld bereit ist, seine Geschichte zu verkaufen, sollte man tunlichst die Hände davon lassen.

Wenigstens hat Jamie Neale soviel Anstand, die Hälfte seiner Presse-Einkünfte den Hilfsorganisationen, die ihn gerettet haben, zu versprechen. Hoffentlich wird er sich an dieses Versprechen auch noch erinneren, wenn die Macht des Kapitals Einfluss auf ihn genommen hat.

Was haltet Ihr von dieser Geschichte? Findet Ihr es richtig, dass die Medien ihre Honorarangebote in unermeßliche Höhe treiben, wenn es um die Exklusivrechte derartiger Stories geht?

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  1. Pingback von Mein Leben in Australien! » Australische Presse: Über Exklusivrechte und Spendenbereitschaft am 24. Juli 2009 um 21:04

    [...] Ihr Euch noch an meinen Beitrag über Jamie Neale und die Zahlungsbereitschaft der Medien in Australien. Genau Jamie Neale war der [...]

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